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Bayerische Meisterschaft Bouldern der Jugend U15 – U21 – Nachbericht, Bilder & Videos plus „Live-Stream“

Was war das denn bitte für ein mega Event?! Wir sind immernoch ganz geflasht von den Leistungen der bayerischen Besten im Bouldern Jugend U15 – U21!

OFFIZIELLE BILDER – KROHA SPORTS
Hier findet ihr die Bilder des offiziellen Fotografen Markus Kroha.
Falls ihr diese Fotos verwenden möchtet – die Nennung des Urhebers ist verpflichtend (Foto: Kroha Sports). Auf Social Media z. B. Instagram bitte entsprechend taggen @krohasports

VIDEOS DER MEISTERSCHAFT – DAV MEMMINGEN / SPORT SCHINDELE ALPIN BASE
Hier findet ihr die Smartphone-Videos unserer Social Media Mitarbeiterin.
Falls ihr diese Videos verwenden möchtet – z.B. auf Social Media – bitte vergesst nicht, uns zu taggen @davmemmingen und @sportschindelealpinbase

VIDEOS „LIVE-STREAM“ YOUTUBE
Hier findet ihr die Videos von der Qualifikation und dem Finale auf YouTube, zum Abspeichern und nochmal Ansehen. Folgt auch gerne unserem Channel!

Bereits zum vierten Mal war die Boulderhalle des DAV Memmingen Gastgeber der Bayerischen Meisterschaft im Bouldern der Jugend. Dieses Mal neu: Statt der bisher nur zwei Startklassen wie in den Vorjahren wurde der Kampf um den Titel diesmal in gleich drei Altersgruppen ausgetragen.
Damit zeichnete sich auch ab, dass dieser Tag ein richtiger Marathon werden würde. Doch dank zahlreicher ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer konnte die Last auf viele Schultern verteilt werden, wodurch ein durchweg schöner Wettkampftag möglich wurde.

Los ging es um 9 Uhr mit der Qualifikation der U15, gefolgt von den Qualifikationen der U17 und U21.
Nach einer „Umschraubpause“, in welcher die Wand komplett neu mit Griffen bestückt wurde, konnte das Finale beginnen. Dieses wurde zwischen den jeweils acht Besten aus jeder Altersklasse ausgetragen, sodass es am Ende sechs Bayerische Meister und Meisterinnen gab.

Wie läuft eigentlich so ein Boulderwettkampf ab?

In jeder der beiden Runden mussten sich die Athleten und Athletinnen vier „Boulderproblemen“ stellen. Ein „Boulderproblem“ besteht aus einer Startposition, welche korrekt eingenommen werden muss. Dann gilt es, mit den dargebotenen Griffen und Tritten bis zum sogenannten „Topgriff“ zu gelangen, welcher meist der höchste Griff an der Wand ist. Wird dieser Griff mit beiden Händen kontrolliert gehalten, so gilt der Boulder als geschafft. Außerdem gibt es eine Zwischenwertung, „Zone“ genannt, welche ab etwa der Mitte bereits einige Punkte sichert.

Die Boulderer versuchen, in möglichst wenigen Versuchen vom Start bis zum Top zu gelangen. Wer also in seinen vier Bouldern die meisten Tops holt und dafür die wenigsten Versuche benötigt, der gewinnt. Die Athleten haben dabei aber jeweils nur vier Minuten pro Boulder Zeit. Teil der Schwierigkeit ist es also, die oftmals kniffligen und koordinativ sehr anspruchsvollen Bewegungen innerhalb dieser Zeitspanne zu entschlüsseln. Nach diesem vierminütigen Intervall gibt es eine Pause von vier Minuten. Anschließend startet der Teilnehmer wieder für vier Minuten im nächsten Boulder usw., bis alle vier Boulderprobleme durchlaufen wurden.

Im Finale kommt zudem die Schwierigkeit dazu, dass die Boulder nur zu Beginn kurz besichtigt werden dürfen, danach ist gegenseitiges Zuschauen verboten. Wer nicht gerade bouldert, ist abgeschirmt in der Iso. Somit muss jede und jeder alleine und ohne Inspiration oder Hilfe den Weg nach oben finden.

Die Qualifikation

In der Qualifikation wurde eine große Bandbreite an Fähigkeiten abverlangt: Die Jungs mussten sich zuerst in einem eher technischen Boulder beweisen, anschließend wurde es in den beiden nächsten Bouldern physischer mit weiten, dynamischen Zügen. Abschließend galt es dann noch, eine diffizile Plattenkletterei im flachen Gelände zu bewältigen, wo wieder gute Balance und Körpergefühl bewiesen werden mussten.

Die Mädchen hatten zuerst einen Boulder mit einer sehr kräftigen Hangelpassage. Auch im nächsten Boulder ging es darum, mit guter Körperkraft an großen Griffen die richtige Position zu finden und sich nach oben zu arbeiten. Im dritten Boulder galt es schließlich, sich mit viel Kraft in den Beinen auf kleinen Tritten nach oben zu arbeiten. Und im letzten Boulder wurde es dynamisch: Ein weiter Zug zur Zone, dann mit einem hohen Tritt die richtige Körperposition finden, um den letzten weiten Zug zum Topgriff zu bewältigen.

Unsere Memminger Starterin Yaiza Odekerken Montes (U15) lieferte bei ihrem Debüt bei der Bayerischen Meisterschaft eine gute Performance ab und konnte sich ein Top sowie zwei Zonen sichern. Fürs Finale reichte es leider nicht.

Für die U17 und U21 wurden die Boulder der U15 jeweils schwerer gemacht, sodass für alle Größen und Altersklassen jeweils das richtige Niveau abgefragt wurde.
Nach einer bereits sehr spannenden Qualifikation mit vielen Zuschauern und tosendem Applaus wurde nun das große Finale erwartet. Die jeweils besten acht Athletinnen und Athleten aus jeder Altersklasse hatten nun noch einmal die Chance, ihr Ergebnis aus der Vorrunde aufzubessern.

 

Das Finale

Die Mädchen mussten in ihrem ersten Boulder viel Balance beweisen: Mit kleinen Leisten und großen Slopern musste hier ein Weg zum Topgriff gefunden werden. Im zweiten Boulder wurde es dynamischer: gute Griffe und weite Züge, mit einer kniffligen und kräftigen Bewegung hin zum Topgriff. Auch der dritte Boulder verlangte Koordination und Dynamik am Anfang, dann eine gute Positionierung rund um große Wandelemente bis zum Topgriff. Zuletzt galt es wieder auf der Platte, also im leicht geneigten Gelände, auf kleinen Tritten die Balance nicht zu verlieren, um bis zum Topgriff zu gelangen.

In der U15 war das Ranking nach der Qualifikation extrem eng. Im Finale aber wurde das Starterfeld ein wenig entzerrt, dennoch lagen zwei Starterinnen beinahe gleichauf, und Aleksandra Mishan konnte sich nur aufgrund einer minimal besseren Vorrunde vor Aurelia Matros durchsetzen.

In der U17 konnte sich die Erlangerin Aurelia Bittorf vor der Vorrundensiegerin Nike Jäger durchsetzen. Den beiden gelang in der harten Finalrunde als einzigen jeweils ein Top, Aurelia sicherte sich aber eine Zone mehr.

Die Jungs hatten als ersten Boulder etwas Besonderes: Hier musste eine 360-Grad-Drehung absolviert werden, d. h. es wurde mit dem Gesicht zur Wand gestartet und man musste sich im weiteren Verlauf einmal mit dem Rücken zur Wand (Face to the crowd) drehen, um anschließend die Drehung zu vollenden und einen letzten weiten Zug bis zum Top zu absolvieren. Auch der nächste Boulder beinhaltete zwei Sprünge, mit einer pressigen Passage dazwischen. Der dritte Boulder verlangte Balance und ein gutes Gefühl für die Körperposition. Abschließend wurde es wieder dynamisch, mit einem Boulder, der aus einem Sprung nach oben und einem Schwinger nach links bestand.

Die U15-Jungs hatten bereits in der Qualifikation viele Tops geholt, und auch im Finale gab es davon wieder jede Menge. Noah Chiver von der SG Ulm, Neu-Ulm, SSV Ulm kletterte fehlerlos jeden Finalboulder im ersten Versuch, holte also alle vier Tops und sicherte sich damit den Sieg.

In der U17 sicherte sich der Krumbacher Benedikt Joas den Sieg vor Jakob Meyer (Augsburg), nachdem er im allerletzten Moment noch ein Top in seinem letzten Boulder holen konnte.

Für die U21 gab es nicht nur die angepassten Boulder der U17, sondern zwei andere Boulder wurden in die Wertung aufgenommen. Bei den Jungs wurde es spektakulär: Mit der richtigen Menge an Schwung musste aus einer offenen Position ein schlechter Griff anvisiert werden, und anschließend der Schwung durch schnelles Stellen des Fußes gestoppt werden. Nach einigen harten Zügen gab es noch einmal einen weiten und schweren Zug zum Top, der nur mit guter Koordination und viel Power geschafft werden konnte.

Die Mädels hatten in der U21 auch einen Sprung, gefolgt von einer kaminartigen Passage, um sich mittels Verspreizens bis zum Top vorzuarbeiten.

Die Siegerin aus der Qualifikation, Elli Fassbender (DAV Sektion München-Oberland), konnte ihren Platz verteidigen und landete vor Mona Kuisle (DAV Kempten) auf Platz eins.

Bei den Jungs war der Münchner Taro Knandel eine Klasse für sich. Hatte er in der Qualifikation nur einen knappen Vorsprung vor Justin Chladni (SG Ulm, Neu-Ulm, SSV Ulm), so konnte ihm im Finale niemand mehr das Wasser reichen: Mit nur fünf Versuchen für seine vier Tops landete er meilenweit vor seinen Konkurrenten.

Damit endete ein langer Wettkampftag, welcher allen Beteiligten viel abverlangte, aber dennoch ein großer Erfolg war. Die Bayerische Jugendmeisterschaft in Memmingen ist mittlerweile schon ein Klassiker im Wettkampfkalender und in der Szene bekannt und beliebt.